Gefährden Pflanzenschutzmittel die Artenvielfalt?

Der Rückgang der Artenvielfalt ist in erster Linie auf Eingriffe des Menschen in die Natur und nicht auf die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln zurückzuführen.

Jeder Anbau von Kulturpflanzen, ganz gleich ob in der ökologischen oder konventionellen Landwirtschaft, verändert die Vielfalt von Pflanzen und nimmt so Einfluss auf die Biodiversität. Auf Feldern, auf denen Mais oder Getreide wächst, sollen keine Bäume, Sträucher oder Wildblumen stehen. Auch die Bebauung von Flächen oder Straßen, das Anlegen von Gärten und viele andere menschliche Tätigkeiten zerstören Lebensräume und beeinträchtigen damit die Artenvielfalt.

Jeden Tag werden in Deutschland rund 50 Hektar als Siedlungs- und Verkehrsfläche verbaut. Die gesamte bebaute Fläche entspricht gegenwärtig bereits den Gebieten der Bundesländer Thüringen, Schleswig-Holzstein, Saarland plus denen der Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Quelle

In den Tropen beruht Artenvielfalt auf den Regenwäldern, in Mitteleuropa hingegen auf der Vielfalt von Lebensräumen wie Offenlandschaften, Schotterflächen, Magerrasen, Heiden, Sümpfen und vielem mehr. All diese Biotope sind durch Eingriffe des Menschen in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen.

Schutz der Biodiversität

Artenvielfalt kann in Mitteleuropa nur dann erhalten und gepflegt werden, wenn vielfältige Lebensräume zur Verfügung stehen, in denen selbst hoch spezialisierte Pflanzen und Tiere leben können. Um möglichst viele solcher Flächen zu erhalten, sollten bewirtschaftete Flächen möglichst produktiv genutzt werden können.

Landwirte entfernen daher heute unerwünschte Pflanzen von ihren Feldern in der Regel nicht mehr mechanisch, sondern mithilfe von Pflanzenschutzmitteln. Um zu verhindern, dass sich diese Produkte negativ auf Flora und Fauna auswirken, werden sie vor einer Zulassung akribisch geprüft.

Landwirte kümmern sich um ihre Böden und die angebauten Kulturpflanzen. Darüber hinaus legen viele von ihnen Blühstreifen an, kultivieren blühende Zwischenfruchtkulturen und pflegen Hecken sowie Feldraine, um die Lebensbedingungen von Insekten und Vögeln zu verbessern. Dies fördert die Artenvielfalt in der Feldflur.

Auch Kommunen können einen positiven Beitrag leisten und Wegränder wie auch Verkehrsinseln mit blühenden Pflanzen gestalten. Und schließlich haben die Bürger die Möglichkeit, der Natur einen Dienst zu erweisen, indem sie ihre Gärten bunter und damit insektenfreundlicher gestalten.

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