Glyphosat-Entscheidung in Österreich widerspricht wissenschaftlichen Erkenntnissen

Das österreichische Parlament, der Nationalrat, hat am 2. Juli 2019 ein Verbot von Glyphosat beschlossen. Diese Entscheidung steht im krassen Widerspruch zu einer Studie der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien, die die österreichische Regierung selbst in Auftrag gegeben hatte.

In ihrer Analyse, die die Wissenschaftler nur einen Tag zuvor veröffentlicht hatten, kamen sie zu dem Ergebnis, dass ein Verzicht auf Glyphosat, wenn überhaupt, nur unter Inkaufnahme massiver negativer Folgen machbar wäre – und zwar in Hinsicht auf Sicherheit, Ökologie und Ökonomie. Quelle

Die Kernbotschaften der Wissenschaftler lauten wie folgt:

  • Aus den Daten, die für die Genehmigung des Wirkstoffes und die Zulassung glyphosathaltiger Unkrautbekämpfungsmittel erhoben worden sind, lässt sich kein erhöhtes Risiko für Mensch, Tier oder Umwelt im Vergleich zu anderen zugelassenen Herbiziden feststellen.
  • Bei sachgemäßer Anwendung stellt Glyphosat keine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar.
  • Der Einsatz glyphosathaltiger Herbizide führt im Gegensatz zu möglichen Alternativen zu keiner Reduktion der Artenvielfalt bei Pflanzen.
  • Für die Land- und Forstwirtschaft existieren keine gleichwertigen Alternativen. Die alternativ zum Einsatz kommenden chemischen Herbizide hätten negative ökologische Folgen im Vergleich zur heutigen Situation.
  • Ein Glyphosat-Verzicht hätte negative ökonomische Auswirkungen.
  • In Österreich sind keine Unkräuter bekannt, die resistent gegen Glyphosat sind.
  • Ein Verzicht auf Glyphosat würde bedeuten, dass in Zukunft auf eine Unkrautbekämpfung verzichtet wird, die den Boden schont und dessen CO2-konservierende Wirkung erhält.


Der österreichische Nationalrat ignoriert mit seinem Beschluss jedoch nicht nur die Expertise der BOKU-Wissenschaftler, sondern auch die Zulassung von Glyphosat durch die EU bis Ende 2022, die Einschätzung der eigenen österreichischen Zulassungsbehörde, der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), sowie aktuelle Einschätzungen zahlreicher international bedeutender Zulassungsbehörden wie zum Beispiel der US-amerikanischen Umweltbehörde (EPA), des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) oder des kanadischen Gesundheitsministeriums (Health Canada).