Schadet Glyphosat Insekten?

Kritiker argumentieren gerne, Glyphosat sei ein „Artenkiller“ und töte Pflanzen, die Insekten zum Leben bräuchten. Auf diese Weise würde die biologische Vielfalt, im Fachjargon Biodiversität, verringert.

Richtig ist: Glyphosat ist ein sogenanntes Breitbandherbizid. Das heißt, dass alle damit behandelten Pflanzen absterben – es sei denn sie sind gentechnisch so verändert, dass sie Glyphosat tolerieren. Richtig ist aber auch: Das Herbizid Glyphosat wird in erster Linie auf landwirtschaftlichen Nutzflächen eingesetzt, also auf Feldern, die nicht als primärer Lebensraum und Nahrungsgrundlage für Insekten dienen. Wo Weizen oder Mais angebaut wird, kann eben nicht zugleich eine blühende Wiese Insekten Nahrung spenden. Dieses Prinzip gilt seit jeher und hat nichts mit der Diskussion um Glyphosat zu tun.

Glyphosat selbst wirkt nur auf pflanzliche Organismen. Bayer ist keine einzige Studie bekannt, die negative Auswirkungen von Glyphosat auf Insekten oder sonstige Tiere belegen würde.

Tötet Glyphosat die Bienen?

Es gibt bis heute keine unter realistischen Bedingungen durchgeführte Studie, die einen Zusammenhang zwischen Glyphosat und einer Schädigung der Gesundheit von Honigbienenvölkern nachweist. Daran ändert auch eine jüngst im US-Wissenschaftsmagazin PNAS veröffentlichte Studie nichts. Diese verknüpft den Einsatz von Glyphosat mit Problemen der Darmflora bei Honigbienen, ohne zu belegen, dass diese angeblichen Effekte sich tatsächlich unter realistischen Bedingungen negativ auf die Gesundheit von Bienenvölkern auswirken könnten. Ebenso ist es fraglich, ob die getesteten Konzentrationen des Mittels im Freiland tatsächlich von Bienenvölkern über relevante Zeiträume aufgenommen werden können. Gleichzeitig bleiben frühere Arbeiten des Forscherteams unberücksichtigt, nach denen vor allem Antibiotika, die von Imkern in Bienenstöcken verwendet werden, die Ursache für veränderte Darmmikroben-Gemeinschaften bei Honigbienen seien.

Zudem stützen sich die Ergebnisse der Studie auf die Beobachtung einer relativ geringen Zahl von einzelnen Bienen. Eine realistische Einschätzung, inwieweit die beobachteten Effekte tatsächlich unter Praxisbedingungen schädigend sein könnten, ist hingegen nur durch die Beobachtung ganzer Bienenvölker unter Feldbedingungen möglich.

Im Gegensatz zur aktuell diskutierten Untersuchung basieren regulatorische Studien zur Zulassung von Pflanzenschutzmitteln auf den strengen internationalen Richtlinien der OECD und anderer internationaler Organisationen und gewährleisten damit die Berücksichtigung sämtlicher Eckpunkte, die für den Schutz von Honigbienen relevant sind.

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