Schadet Glyphosat Insekten?

Kritiker argumentieren gerne, Glyphosat sei ein „Artenkiller“ und töte Pflanzen, die Insekten zum Leben bräuchten. Auf diese Weise würde die biologische Vielfalt, im Fachjargon Biodiversität, verringert. 

Doch was bleibt von diesem Vorwurf, wenn man sich die Fakten genau anschaut?

Wichtig ist zunächst einmal: Jede Form von Landwirtschaft beeinträchtigt die Biodiversität auf der genutzten Fläche. Wo Kartoffeln, Weizen oder Mais wachsen, kann nun mal nicht gleichzeitig eine blühende Wiese Insekten Nahrung spenden. Entsprechend hat auch die Frage, ob Landwirte den Boden mit Glyphosat oder mit dem Pflug bearbeiten, kaum Einfluss auf die Biodiversität. In beiden Fällen werden Ackerbeikräuter, die für Insekten nützlich sein könnten, beseitigt. In der deutschen Landwirtschaft hat Glyphosat auch deshalb keinen negativen Einfluss auf die Vielfalt von Insekten, weil es zu Zeitpunkten eingesetzt wird, an denen auf dem Acker ohnehin nichts blüht: Die Anwendung erfolgt im Herbst, bevor Wintergerste oder Winterweizen angebaut werden oder im Frühjahr, bevor Landwirte Zuckerrübe oder Mais säen.

In puncto Bodenkonservierung und CO2-Ausstoß macht es hingegen einen großen Unterschied, ob Bauern ihre Felder regelmäßig pflügen oder den Boden mit Glyphosat bearbeiten. Die Produktion des häufig kritisierten Unkrautvernichters ist zwar recht CO2-intensiv. Aber durch den Einsatz wird das Dreifache an CO2 wieder eingespart. Wer alternativ einen Traktor mit Pflug zur Bodenbearbeitung einsetzt, erhöht nicht nur die Erosionsgefahr des Bodens, sondern erzeugt auf zwei Arten Treibhausgasemissionen: durch den erheblich höheren Aufwand des Verbrennungsmotors und weil Pflügen CO2 aus dem Boden freisetzt.

Schadet Glyphosat den Bienen?

Es gibt bis heute keine unter realistischen Bedingungen durchgeführte Studie, die einen Zusammenhang zwischen Glyphosat und einer Schädigung der Gesundheit von Honigbienenvölkern nachweist. Daran ändert auch eine jüngst im US-Wissenschaftsmagazin PNAS veröffentlichte Studie nichts. Diese verknüpft den Einsatz von Glyphosat mit Problemen der Darmflora bei Honigbienen, ohne zu belegen, dass diese angeblichen Effekte sich tatsächlich unter realistischen Bedingungen negativ auf die Gesundheit von Bienenvölkern auswirken könnten. Fraglich ist auch, ob die getesteten Konzentrationen des Mittels im Freiland tatsächlich von Bienenvölkern über relevante Zeiträume aufgenommen werden können.

Regulatorische Studien zur Zulassung von Pflanzenschutzmitteln basieren dagegen auf den strengen internationalen Richtlinien der OECD und anderer internationaler Organisationen und gewährleisten damit die Berücksichtigung sämtlicher Eckpunkte, die für den Schutz von Honigbienen relevant sind.

Sind Pflanzenschutzmittel schuld am Insektensterben?
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