Sind Pflanzenschutzmittel schuld am Insektensterben?

Mehrere Langzeitstudien sind zu dem Schluss gekommen, dass die Zahl der Fluginsekten in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren deutlich zurückgegangen ist. Die Ursachen dafür kennen die Forscher allerdings nicht. Anders als in vielen Medien unterstellt wird, haben die Insektenforscher dazu keine Angaben gemacht, weil sie keine Ursachenforschung betrieben haben.

Seit langem sind jedoch vier Faktoren bekannt, die Leben und Fortpflanzung von Insekten negativ beeinflussen:

  • Die Lichtverschmutzung: Allein an Deutschlands Straßenlaternen sterben in einer Sommernacht rund eine Milliarde Insekten. Quelle

  • Verlust von Lebensräumen: Die Vielzahl der Landschaftsarten wie Offenland, Brachen, Feucht- und Heidegebiete sind deutlich zurückgegangen. Ursachen sind unter anderem der Flächenverlust durch Bebauung, die Überdüngung des Grünlandes und die Zunahme des Maisanbaus für Biogas. 2016 pflanzten Landwirte in Deutschland auf mehr als zweieinhalb Millionen Hektar Mais an, dreimal so viel wie in den 80er-Jahren.
    Quellen: Kunz, Universität Düsseldorf, Deutsches Maiskomitee

  • Die zunehmend milden und feuchten Winter: Das Schmuddelwetter macht überwinternde Tiere bzw. ihre Eier, Larven und Puppen anfällig für Pilz- und Bakterienbefall. Auch wenn nach wärmeren Phasen nochmal eine Frostperiode kommt, endet das für bereits erwachte Tiere meist im Desaster. Quelle

  • Rückgang der Weidewirtschaft: Früher standen die Kühe hauptsächlich auf der Wiese. Kuhfladen sorgten für die Lebensgrundlage für verschiedene Fliegen und Käfer. Heutzutage stehen die Kühe moderner Milchbetriebe überwiegend ganzjährig im Stall.

Aber hat vielleicht auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln Einfluss auf den Rückgang von Insekten? Diesen Grund auszuschließen, ist seit vielen Jahren ein wesentlicher Aspekt des umfangreichen und langwierigen Zulassungsverfahrens. Denn seine Aufgabe ist es, die Sicherheit von Pflanzenschutzmitteln für Mensch, Tier und Umwelt zu gewährleisten. Deshalb werden diese Produkte auch ausgiebig auf ihre Giftigkeit für Arten geprüft, die nicht bekämpft werden sollen, – ebenso wie ihre Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und das Ökosystem.
Quellen: Verordnung EP und Rat, Blog Black Diamond

Honigbienen müssen nicht gerettet werden

Anders als häufig behauptet, gibt es kein allgemeines Bienensterben. Bedroht sind allerdings 50% der Wildbienenarten. Der Grund hierfür ist hauptsächlich die Zerstörung natürlicher Biotope durch bauliche Maßnahmen oder Intensivierung von Grünlandwirtschaft. Die Honigbiene hingegen ist quasi ein Haustier. Ihre Zahl ist maßgeblich abhängig von der Zahl der Imker und steigt seit Jahren kontinuierlich – national wie international.

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