Warum können wir die Ernährung
von morgen nicht mit den Methoden
von gestern sichern?

Die Forderung nach einem kompletten Verzicht auf moderne Pflanzenschutzmittel wird immer wieder laut. Das Hauptargument: Früher ging es doch auch ohne Glyphosat und Co. Das stimmt. Zugleich waren aber auch die Ernteerträge weit geringer, als sie es heute sind. Ernährte ein Landwirt in Deutschland im Jahr 1960 gerade mal 17 Menschen, waren es 2015 ganze 156. Agrarwissenschaftler gehen davon aus, dass ohne modernen Pflanzenschutz weltweit bis zu 40 Prozent der Ernten durch Schädlinge und Unkrautbewuchs verloren gehen würden. Quelle Fakten, die man berücksichtigen muss, wenn man die Methoden von gestern für die Landwirtschaft von heute fordert.

Wie groß die Herausforderung wirklich ist, stellt allerdings erst fest, wer einen Blick in die Zukunft wirft: Bis 2050 wird die Weltbevölkerung von derzeit 7,6 auf fast zehn Milliarden Menschen wachsen. Gleichzeitig gehen uns landwirtschaftlich nutzbare Flächen verloren – etwa durch Bodenerosion und Versalzung, aber auch durch die zunehmende Verstädterung. Auch der Klimawandel wird die Landwirtschaft vor erhebliche Herausforderungen stellen. Schätzungen zufolge dürfte beispielsweise die globale Weizenproduktion bei jedem weiteren Anstieg der globalen Temperatur um ein Grad Celsius im Schnitt um sechs Prozent zurückgehen. Quelle

Es ist also eine gewaltige Aufgabe, in Zukunft genügend gesunde, sichere und erschwingliche Lebensmittel herzustellen. Die Ernährungs- und Landwirtschafts­organisation der Vereinten Nationen (FAO) geht davon aus, dass, verglichen mit dem Niveau von 2012, die Produktivität in der Landwirtschaft bis 2050 um fast 50 Prozent steigen muss. Wir müssen also künftig aus weniger mehr machen.

Hinzu kommt: Unser landwirtschaftliches Produktionssystem ist nicht nachhaltig genug. Wir gehen heute nicht so verantwortungsvoll mit jedem Hektar Land um, wie es nötig wäre, um die begrenzten natürlichen Ressourcen dauerhaft zu erhalten. Die Landwirtschaft muss deshalb ökologischer werden.

Um das alles zu schaffen, brauchen wir Innovationen.
Beispielsweise brauchen wir Pflanzen, die extreme Temperaturen und Trockenheit besser ertragen. Wir brauchen neue digitale Technologien, etwa um Pflanzenschutzmittel gezielt nur da einzusetzen, wo sie wirklich gebraucht werden.

Und wir werden auch in Zukunft innovative, wirksame Pflanzenschutzmittel benötigen. Denn die Kulturpflanzen, von denen wir leben, müssen sich zum Beispiel gegen 30.000 Unkrautarten und 10.000 Arten pflanzenfressender Insekten behaupten.

Aber Innovation braucht viel Zeit und Geld. Die Entwicklung eines neuen chemischen Pflanzenschutzprodukts kostet im Schnitt rund 250 Millionen Euro, und es vergehen in der Regel 10 bis 14 Jahre vom ersten Labortest bis zur Marktzulassung.

Bayer gibt 2,4 Milliarden Euro pro Jahr aus, um mit neuen Technologien die Landwirtschaft ertragreicher, effizienter aber auch nachhaltiger zu machen – mehr als jedes andere Unternehmen in dieser Branche.

Dabei geht es uns nicht um eine bestimmte Form der Landwirtschaft. Wir wollen Wahlfreiheit für Bauern und Verbraucher und stehen für Vielfalt. Uns geht es darum, die Landwirtschaft produktiver und nachhaltiger zu machen. Und darum, die Probleme unserer Kunden zu lösen – vom Großbetrieb in den USA bis zum Kleinbauern in Indien, der nur einen halben Hektar Land bewirtschaftet.

Gerade die mehr als 500 Millionen Kleinbauern sind der Schlüssel zur Lösung der Ernährungsfrage, denn sie steuern weltweit etwa die Hälfte der Nahrungsmittel bei. Mit den Methoden von gestern ist ihnen allerdings genauso wenig geholfen, wie den Großbauern in Kanada, den USA oder Lateinamerika.

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